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offener Brief

Offener Brief an die Mitglieder des Planungsverbandes Mittelfranken:

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister/Landrat/Stadtrat,
 
Ich wende mich an Sie, weil Sie Verbandsmitglied im Planungsverband sind und bei der nächsten Sitzung wahrscheinlich zur Abstimmung über die Ausweisung von „Vorranggebieten“ für die Errichtung von Windturbinen gebeten werden. Ich bin mir bewusst, dass Sie von vielen Seiten mit Argumenten bombardiert werden, möchte Ihnen allerdings dennoch meine Sichtweise als Denkanstoß mitgeben.
 
Windturbinen werden von der betreffenden Industrie als eine umweltfreundliche Möglichkeit, die Klimakatastrophe abzuwenden, verkauft. Wenn man jedoch die Konstrukte der Betreibergesellschaften etwas durchleuchtet, erkennt man, das hier eine riesige Umverteilung von Geldern von der Allgemeinheit in die Taschen derer, die sowieso genügend Geld haben, erfolgt. Wir alle bezahlen über den Strompreis die Gewinne der Wenigen, die die Windturbinen errichten. Die Kleininvestoren erhalten nichts (zumindest habe ich noch von keiner Windanlage in unserer Gegend gehört, die Gewinne ausgeschüttet hat) . Wer kein Geld für Investitionen hat, der zahlt nur die erhöhten Strompreise. Das ist eklatant ungerecht.
 
Wäre nun wenigstens ein Nutzen erkennbar, könnte man sagen, das ist der Weg der Zukunft, dafür müssen Opfer gebracht werden. Aber liest man die Prospekte der Hersteller von Windturbinen, so wird dort gleichlautend gesagt, dass Windturbinen sinnvoll sind, wenn die mittlere Windgeschwindigkeit etwa 8,5 Meter pro Sekunde beträgt. Nach dem neuesten veröffentlichten Bayerischen Windatlas können wir in unserer Gegend jedoch nur mit durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten von 2 bis 4,5 Metern/Sekunde rechnen. Wieder aus den Prospekten der Windturbinenhersteller kann man entnehmen, dass bei diesen Windgeschwindigkeiten nur etwa 2 bis 3 Prozent der Nennleistung erreicht werden kann. Das bedeutet, dass eine Windturbine in Nordbayern niemals wirtschaftlich arbeiten wird! Den Nutzen hat nur der, der das Windrad baut ,und die Verwaltungsgesellschaft. Diese erhalten viel Geld und der Kleinanleger hat im Normalfall nicht einmal ein Mitspracherecht bei Entscheidungen, weil er üblicherweise nur Genussscheine erwerben kann, die ihm kein Stimmrecht zugestehen. Das Risiko trägt er jedoch voll; die Einlagen stehen im Konkursfall hinter allen anderen Verbindlichkeiten!
 
Nun gut, wenn jemand in unwirtschaftliche Anlagen investieren möchte, so ist das seine Privatsache, könnte man argumentieren. Das stimmt jedoch deshalb nicht, weil die Anlagen derzeit teilweise im Abstand von weniger als 500 Metern zu Wohngebäuden geplant und auch gebaut werden. Und da sind diese Anlagen eine erhebliche Belastung für die Anwohner. Infraschall, Geräuschbelästigung, Schattenwurf, Eiswurf - das alles sind Belästigungen, mit denen die Menschen leben müssen. Die Anlagen werden immer höher; derzeit sind moderne Anlagen etwa 200 Meter hoch, in kurzer Zeit werden sie vielleicht 300 oder 400 Meter hoch werden. Das ist den Nachbarn nicht zuzumuten. Wir zerstören unseren Lebensraum sinnlos ohne Wirkung auf den Energiehaushalt nur um einigen skrupellosen Geschäftsleuten die Taschen zu füllen.  

Eine derzeit laufende Petition beim Deutschen Bundestag fordert Mindestabstände von 1.500 Metern oder der zehnfachen Anlagenhöhe zwischen den Turbinen und Wohngebieten. Unter diesen Voraussetzungen kann ich die Turbinen als Privatsache der Betreiber akzeptieren. Werden sie näher an die Wohngebiete gebaut ist das genauso falsch wie der rigide Bau von Atomkraftwerken in den 60er- und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Unsere Kinder werden die Industrieruinen in einigen Jahren für teures Geld entsorgen müssen. 

Ich bitte Sie daher, im Planungsverband gegen die Ausweisung von „Vorranggebieten“ für die Errichtung von Windkrafträdern zu stimmen. 

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2011.
 
Mit freundlichen Grüßen