Sonntag, 08. Februar 2015 um 12:52 Uhr Bernhard Blasen
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Brauchen wir HGÜ-Stromtrassen, um "Wind-"Strom zu transportieren?

Von der Politik und den Lobbyisten wird immer wieder betont, dass die HGÜ-Trassen notwendig sind, um Windstrom aus dem Norden in den Süden zu transportieren. Nach dem Motto, "Irgendwo weht immer Wind" sugeriert man der Bevölkerung, dass große Stromleitungen benötigt werden, um für einen Ausgleich zwischen Überangebot und Bedarf zu erreichen.

Es ist auf absehbare Zeit einfach falsch, zu behaupten, dass es möglich ist, durch regenerative Energien eine sichere Stromversorgung zu erreichen.

Die Webseite  http://www.agora-energiewende.de ermöglicht es, die Stromproduktion nach Zeiträumen darzustellen. Wir haben einmal den Zeitraum Anfang August 2014 heraus gepickt:

Energieproduktion

Diese Grafik zeigt deutlich, dass über einen Zeitraum von einer Woche so gut wie kein Strom durch Windturbinen erzeugt worden ist - und das deutschlandweit! Von wegen "Irgendwo weht immer Wind!! Ohne konventionelle Kraftwerke wäre eine Woche lang das Stromnetz zusammen gebrochen. Selbst eine zwanzigfach höhere Anzahl von Windturbinen hätte an der Situation nichts geändert. Und derartige Situationen gibt es immer wieder.

DIe Konsequenz aus dieser Problematik ist zweigeteilt:

  1. Nachdem Kohle und Uran nicht akzeptabel sind, müssen Gaskraftwerke gebaut werden. Gaskraftwerke sind effektiv, einigermaßen umweltfreundlich und gut und schnell regelbar.
  2. Deutschland benötigt für ein Gelingen der Energiewende Speichermöglichkeiten für Energie. Solange es diese nicht gibt, werden konventionelle Kraftwerke benötigt.

Gaskraftwerke kosten Geld - aber es ist weitaus sinnvoller, Geld in Projekte zu investieren, die die Energieversorgung wirklich sichern. Und das können Windturbinen, wie man aus obigem Beispiel erkennen kann, eindeutig nicht!  Stephan Grüger  (siehe Artikel "HGÜ-Stromtrasse unnötig durch Windkraftanlagen?") würde gerne 12.000 neue Windturbinen in Bayern bauen. Geht man von einer Investition von 5 Mio Euro pro Windturbine aus, so ist das eine Investitionssumme 60 Milliarden Euro! Und dann können wir in der in obiger Grafik dargestellten Situation immer noch nicht genügend Strom produzieren! Das heißt, wir benötigen die Gaskraftwerke zusätzlich. Die Unstetigkeit der erneuerbaren Energien erfordert darüber hinaus noch gewaltige Anstrengungen und Investitionen um Speichertechnologien zu entwickeln und zu installieren. 

Die unsinnigen Regelungen des EEG (wir bezahlen Unternehmer z.B. dafür, dass sie die Produktion drosseln, wir bezahlen dafür dass andere uns derzeitig nicht benötigte Energie abnehmen und kaufen sie später wieder zurück.....) kosten enorm viel Geld und bringen uns nicht weiter. Ja sie schaffen sogar neue Geldverbrennungsanlagen in Form von HGÜ-Leitungen mit garantierter überhöhter Rendite für die Betreiber. Und sie nehmen in Kauf, dass wir weiterhin schmutzige Braunkohle in Strom verwandeln, oder aus dem Ausland Atomstrom kaufen. Ja- dafür braucht man HGÜ-Trassen!

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 08. Februar 2015 um 14:40 Uhr